Cybermobbing als Straftat: Rechtliche Konsequenzen in Deutschland – Was Sie wissen müssen!

Cybermobbing ist ein ernstzunehmendes Problem in der digitalen Welt. Die Zahl der Fälle nimmt stetig zu, und die psychischen sowie sozialen Auswirkungen auf die Betroffenen sind gravierend. Doch wie sieht es mit den rechtlichen Konsequenzen in Deutschland aus? Welche Gesetze greifen, und welche Strafen drohen den Täter*innen? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Cybermobbing als Straftat, seine rechtlichen Folgen und wie sich Betroffene schützen können.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing bezeichnet das gezielte Belästigen, Bedrohen oder Bloßstellen einer Person über digitale Kanäle wie soziale Medien, Messenger-Dienste oder Foren. Typische Formen sind:

  • Beleidigungen und Hasskommentare

  • Verleumdung und Verbreitung falscher Informationen

  • Veröffentlichung privater oder peinlicher Inhalte ohne Zustimmung

  • Bedrohung und Erpressung

  • Identitätsdiebstahl und Fake-Profile

Cybermobbing ist besonders heimtückisch, da es rund um die Uhr und anonym stattfinden kann. Die psychische Belastung für Betroffene ist enorm und kann zu Angststörungen, Depressionen und sogar Suizidgedanken führen.

Ist Cybermobbing in Deutschland strafbar?

Ja, Cybermobbing ist in Deutschland strafbar! Obwohl es kein eigenständiges Cybermobbing-Gesetz gibt, fassen verschiedene Paragraphen im Strafgesetzbuch (StGB) einschlägige Delikte zusammen. Dazu gehören:

  • Beleidigung (§ 185 StGB)

    Beleidigungen in sozialen Medien, per E-Mail oder Messenger können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.

  • Verleumdung (§ 187 StGB) & Üble Nachrede (§ 186 StGB)

    Die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen, die dem Ruf einer Person schaden, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren führen.

  • Bedrohung (§ 241 StGB)

    Wer einer Person mit einem Verbrechen droht, kann mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.

  • Nachstellung (Stalking) (§ 238 StGB)

    Anhaltende digitale Belästigung und Überwachung können bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

  • Verletzung des Rechts am eigenen Bild (§ 22 KUG)

    Die unerlaubte Veröffentlichung oder Weitergabe von Bildern kann ebenfalls strafrechtliche Konsequenzen haben.

  • Doxing & Identitätsdiebstahl (§ 202a, § 202b, § 202c StGB)

    Das Verbreiten personenbezogener Daten ohne Zustimmung oder das Missbrauchen einer fremden Identität ist strafbar.

Rechtliche Folgen für Täter*innen

Cybermobber*innen müssen mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Neben strafrechtlichen Sanktionen können auch zivilrechtliche Ansprüche wie Schmerzensgeld oder Unterlassungsklagen drohen. Die Strafen variieren je nach Schweregrad:

  • Geldstrafen (je nach Einkommen der Täter*innen)

  • Sozialstunden oder Erziehungsmaßnahmen bei Jugendlichen

  • Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren

  • Einträge ins polizeiliche Führungszeugnis

Was können Betroffene tun?

Wer von Cybermobbing betroffen ist, sollte nicht schweigen. Folgende Schritte helfen:

  • Beweise sichern: Screenshots von beleidigenden Nachrichten, Drohungen oder falschen Behauptungen speichern.

  • Plattformen informieren: Soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit, beleidigende Inhalte zu melden und löschen zu lassen.

  • Anwält*innen oder Polizei einschalten: Cybermobbing sollte zur Anzeige gebracht werden. Die Polizei nimmt solche Fälle ernst und ermittelt gegen die Täter*innen.

  • Psychologische Hilfe suchen: Die seelische Belastung sollte nicht unterschätzt werden. Es gibt spezielle Beratungsstellen wie „Nummer gegen Kummer“ oder die "TelefonSeelsorge".

Fazit

Cybermobbing ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt, sondern eine ernsthafte Straftat mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen. Wer online mobbt, riskiert hohe Geld- und Freiheitsstrafen. Betroffene sollten sich nicht scheuen, rechtliche Schritte einzuleiten, um sich zu schützen. Die Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich, aber auch Risiken – umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam für ein respektvolles Miteinander im Netz sorgen.

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